Was ist Sodawasser?

Wenn Wasser prickelt, handelt es sich entweder um Mineral- oder Sodawasser. Was es mit Soda genau auf sich hat und woraus es besteht, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

Inhalt:

Unterschied zwischen Soda- & Mineralwasser

Sodawasser und Mineralwasser sind nicht dasselbe, auch wenn beides sprudelt. Soda taucht häufig in Rezepten und Zutatenlisten auf, während Mineralwasser in der Regel überwiegend als Durstlöscher verwendet wird.

Mineralwasser

Der Begriff Mineralwasser darf nicht für jedes Flaschenwasser verwendet werden. Die Verwendung ist streng geregelt. Um Mineralwasser genannt werden zu dürfen, muss das Wasser besondere Kriterien erfüllen. Dazu muss es unterirdischen Ursprungs sein, durch zahlreiche Gesteinsschichten der Erde fließen und mit Spurenelementen sowie Mineralien angereichert sein.

Mineralwasser Quelle
Wasser natürlichen Ursprungs

Für den Verkauf wird Mineralwasser direkt am Quellort abgefüllt. Die Bestandteile des Mineralwassers dürfen nur minimal verändert werden. Das bedeutet konkret, dass bestimmte Elemente wie z.B. Schwefel, Eisen oder Kohlensäure in geringsten Mengen entzogen oder zugesetzt werden dürfen.

Sodawasser

„Soda“ zählt zu den beliebtesten Küchenhelfern. Es ist ein vielseitig verwendbares Hausmittel und wird demnach gerne für die Herstellung von Reinigungsmitteln verwendet. In der Fachsprache wird es Natriumcarbonat bezeichnet und ist ein Natriumsalz der Kohlensäure.

Sodawasser ist überwiegend ein Sammelbegriff für Wasser, das mit Kohlendioxid und Natriumhydrogencarbonat angereichert wird. Dazu kann sowohl Quellwasser, Grundwasser als auch herkömmliches Leitungswasser verwendet und aufgesprudelt werden. In einfachen Worten erklärt, ist Sodawasser ein künstlich erzeugtes Sprudelwasser.

Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn in Deutschland ist die Bezeichnung Mineral- und Tafelwasser gesetzlich anders geregelt als zum Beispiel in Österreich. So schreibt die Mineral- und Tafelwasserverordnung in § 14 vor, dass Tafelwasser, welches Kohlendioxid und mindestens 570 Natriumhydrogencarbonat pro Liter enthält, durch den Begriff Sodawasser ersetzt werden kann.

In Österreich ist ein Gehalt von mindestens 4 g Kohlensäure pro Liter ausreichend. Natron hingegen muss nicht zwingend enthalten sein. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass Natron für Natriumhydrogencarbonat als Synonym verwendet wird.

Nice to know

Auch international gibt es Unterschiede, denn in manchen Ländern wird Soda als Überbegriff für alle kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke verwendet.

Natriumhydrogencarbonat vs. Natriumcarbonat

Achtung: Oft werden Natriumhydrogencarbonat und Natriumcarbonat miteinander verwechselt. Beide Mittel basieren auf Natrium und sind Karbonate, also von Kohlensäure abgeleitete Salze. Auch wenn beide Substanzen nahezu identisch aussehen und sich chemisch sehr ähnlich sind, gibt es Unterschiede.

Natron - Natriumhydrogengarbonat

Natriumhydrogencarbonat ist der Fachbegriff für Natron. Die chemische Formel dafür lautet NaHCO3. Daraus kannst du erkennen, dass sich das Carbonat mit einem Natriumatom und einem Wasserstoff verbindet. Bei Soda lautet die chemische Formel Na2CO3. Hier wird das Wasserstoffatom mit einem weiteren Natriumatom ersetzt. Somit liegt der Unterschied im „hydrogen“, der Wasserstoffkomponente.

Natron ist ein wahrer Alleskönner und kann im Haushalt vielfältig eingesetzt werden. Ob als Reiniger oder Backtriebmittel – Natron ist vielseitig! Kommt Natron mit Hitze, Säure oder Feuchtigkeit in Berührung, entsteht Kohlensäure.

Was jedoch zur Verwirrung führt, sind die unterschiedlichen Begriffe, die für Natron verwendet werden: Speisenatron sowie Back- oder Speisesoda. Allerdings sollte Natron keinesfalls mit Soda verwechselt werden, da Soda die Schleimhäute wesentlich mehr reizt.

Soda - Natriumcarbonat

Soda reagiert im Vergleich zu Natron viel stärker und ist aufgrund eines höheren pH-Werts auch deutlich basischer. Aufgrund dieser Eigenschaften wird reines Soda, also Natriumcarbonat, bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen verwendet. Weil Soda die Wasserstoffkomponente „hydrogen“ fehlt, heißt es Natriumcarbonat.

Daraus leiten sich auch andere Begrifflichkeiten dafür wie Waschsoda, reines Soda oder Kristallsoda ab. Wenn du mit Soda arbeitest, solltest du vorsichtig sein. Es reizt die Haut, Augen und Atemwege. Bei der Verwendung staubt das Pulver leicht, deshalb solltest du Einatmen, Augenkontakt und übermäßigen Hautkontakt meiden.

Als Waschmittel ist Soda für tierische Fasern wie Wolle und Seide nicht geeignet, da es die Fasern aufquellen lässt.

Was ist gesünder, Soda- oder Mineralwasser?

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, Aber welches Wasser ist besser: stilles Wasser oder Sprudelwasser? Egal ob mit Geschmack oder pur, Wasser mit Kohlensäure zählt zu den beliebtesten Durstlöschern. Wasser wird durch die Verbindung von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) sprudelig.

Laut Stiftung Warentest hat kohlensäurehaltiges Wasser einen niedrigeren pH-Wert als stilles Wasser. Eine verbreitete Annahme besagt, dass kohlensäurehaltiges Wasser ungesünder ist, weil es die Zähne angreift, einen Blähbauch verursacht und zu Gewichtszunahmen führt. Doch was ist dran an diesen Mythen?

Mythos #1: Kohlensäure ist schlecht für die Zähne

Es stehen Behauptungen im Raum, wonach Sprudelwasser den Zahnschmelz angreifen soll. Allerdings haben zahlreiche Zahnärzte dieser Annahme bereits widersprochen und Entwarnung gegeben. Demnach ist Kohlensäure nicht schädlich für die Zähne, da es sich lediglich um CO2 handelt.

Kohlensäure
Kohlensäure ist nicht schädigend für die Zähne

Kohlensäure hat kein zerfressendes oder abbauendes Potenzial, da es eine sehr instabile Säure ist, die an der Luft schnell zu Kohlendioxid und Wasser zerfällt. Beim Trinken wird CO2 abgeatmet und dadurch entfernt.

Andere Säuren wie z.B. Zitronensäure oder Phosphorsäure hingegen sind in großen Mengen tatsächlich ungesund für die Zähne, da sie den Zahnschmelz angreifen. Der Zahn wird dadurch anfälliger für Karies & Co.

Mythos #2: Führt Wasser mit Kohlensäure zu Gewichtszunahme?

Ein Mythos, der sich hartnäckig hält, ist die Annahme, dass Menschen, die kohlensäurehaltiges Wasser konsumieren, leichter zunehmen sollen. Diese Behauptung ist auf die Annahme zurückzuführen, dass CO2 den Druck auf die Magenwände erhöhen würde, weshalb der Körper mehr von dem appetitanregenden Ghrelin-Hormonen produziere.

Grundsätzlich ist es richtig, dass das Hormon Ghrelin das menschliche Hungergefühl regelt. Allerdings tut es das nicht allein, sondern im Zusammenspiel mit anderen Hormonen und Faktoren. Jedoch fehlt ein plausibler Nachweis dafür, dass Kohlendioxid bzw. Kohlensäure an dem Prozess mitbeteiligt ist oder eine tragende Rolle spielt.

Klar ist hingegen logischerweise, dass zuckerhaltige Getränke mit Kohlensäure (Cola, Fanta und Co.) eine Gewichtszunahme begünstigen!

Mythos #3: Führt Sprudelwasser zu Sodbrennen?

Nach einem großen Glas Sprudelwasser hat man oft das Bedürfnis aufzustoßen – völlig normal. Das Gas steigt vom Magen in die Speiseröhre auf und dabei kann sich auch etwas Magensäure dazu mischen, was tatsächlich zu Sodbrennen führen kann.

Mediziner erklären dieses Vorgehen so, dass Menschen, die auf kohlensäurehaltige Getränke mit Magenbeschwerden reagieren, nicht auf die Kohlensäure im Sprudel reagieren, sondern auf die Bläschen des CO2, welche die Speiseröhre und den Magen reizen können.

Deshalb wird Menschen mit sensiblem Magen generell von kohlensäurehaltigen Getränken abgeraten. Stattdessen sollen sie auf Wasser mit hohem Hydrogencarbonat-Gehalt zurückzugreifen. Hydrogencarbonate sind die Salze, die überschüssige Säuren neutralisieren können, die sich aus dem Stoffwechsel bilden.

Mythos #4: Wird der Körper durch Mineralwasser mit Kohlensäure übersäuert?

Mineralwasser mit Kohlensäure hat zwar einen niedrigeren pH-Wert als Wasser ohne, es ist jedoch kein Grund zur Sorge. Die enthaltene Kohlensäure ist recht instabil und zerfällt wieder in ihre Grundbestandteile CO2 und Wasser.

Durch das Öffnen der Flasche entweicht ohnehin ein Teil der Kohlensäure und der übrige Teil zerfällt im Magen. Durch diesen Prozess kommt es zum Aufstoßen bzw. wird ein Teil über den Verdauungstrakt ins Blut transportiert und unbemerkt über die Lunge abgeatmet.

So gesund ist Mineralwasser

Wie gesund Mineralwasser ist, hängt von den enthaltenen Mineralien ab. Mineralwasser entsteht, wenn Regenwasser in die Erdböden sickert und sich in unterirdischen Reservoirs sammelt. Jedes davon hat eigene mineralische Eigenschaften, die auf die verschiedenen Gesteinsschichten zurückzuführen sind, die das Regenwasser auf dem Weg in den Untergrund durchquert.

Sodawasser aus dem Wassersprudler

Mithilfe von diversen Wassersprudlern kannst du aus gewöhnlichem Leitungswasser gesprudeltes Wasser, also Sodawasser, herstellen. Die Sprudler enthalten einen austauschbaren Kohlendioxid- oder CO2-Zylinder. Auf Knopfdruck erhält das Leitungswasser Kohlensäure und wird sprudelig.

SodaStream Crystal 2.0
4.9/5

Die Vorteile eines Wassersprudlers liegen auf der Hand: kein mühsames Schleppen von Wasserkisten, frisches Sprudelwasser auf Knopfdruck sowie nachhaltige Verwendung von wiederverwendbaren Trinkflaschen.

Zwar enthält Soda- oder Sprudelwasser deutlich weniger Spurenelemente sowie Mineralien, allerdings ist es im Vergleich zu Mineralwasser aus Plastikflaschen deutlich nachhaltiger und umweltfreundlicher, weil kein zusätzlicher Plastikmüll produziert wird.

Sodawasser, Sprudelwasser & Mineralwasser – Wasser ist gesund!

Bereits abgefülltes Sodawasser ist kaum erhältlich, da der Aufwand dafür hoch ist und durch die rare Nachfrage das Produkt in manchen Fällen teurer als Mineralwasser ist.

Während Sodawasser früher als „echte“ Zutat für Cocktails & Co. verwendet wurde, ist es heute mehr eine Überschneidung von Mineralwasser & Soda, die jedoch gar nicht so gemeint ist, denn die Worte werden eher als Synonym verwendet.

Ob Sodawasser, Sprudelwasser oder Mineralwasser – Wasser ist ein beliebter Durstlöscher und sehr gesund! Mit einer passenden wiederverwendbaren Trinkflasche aus nachhaltigen Materialien bist du immer bestens mit Flüssigkeit versorgt, auch unterwegs!

Verwendete Quellen
Gerald Bacher
Gerald Bacher

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind mir ein besonderes Anliegen. Wir versuchen in unserem Haushalt Plastik so gut wie möglich zu vermeiden und legen bei hochwertige Materialien bei Verpackungen und Trinkflaschen besonders großen wert.